dreyer stiftung
   
ANBAU UND ERNTE
In den ersten beiden Jahren wurde während der Regenzeit Reis angebaut, der nach dem Ende der Niederschläge aus dem Stausee bewässert wurde. Die Erträge waren von Parzelle zu Parzelle sehr unterschiedlich, zum einen, weil der Organisationsgrad der Kooperative noch nicht so weit entwickelt war, die Anbauphasen mit den Wassergaben zu koordinieren, zum anderen auch, weil einzelne Bauern andere Prioritäten setzen (Arbeit in der Stadt, Anbau anderer Felder, familiäre Angelegenheiten) und dann den Reis zu spät gepflanzt haben oder nicht anwesend waren, als abschnittsweise bewässert wurde.

Wegen der Wasserknappheit war anfangs ein zweiter Anbau in der Trockenzeit nicht möglich. Im Jahr 2004 erreichte der Stausee infolge der zunehmenden Versiegelung des Seebodens durch Sedimente einen Wasserstand, der den Anbau in der Trockenzeit 2004/2005 zuließ. 85% der Bauern nutzten diese Möglichkeit zum Anbau von Mais (16 ha), Augenbohne, Zwiebel, Aubergine, Tomate, Gurke, Salat und Okra (insges.0,7 ha) und Reis (0,25 ha). Der Anbau von Mais war sehr erfolgreich und da auch die Preise hoch lagen waren die Bauern motiviert, dies auch in der nächsten Trockenzeit beizubehalten. Im Rahmen eines staatlichen Förderprogramms wurde den Bauern (einmalig) Saatgut und Dünger kostenlos zu Verfügung gestellt. Während der nächsten Regenzeit im Sommer 2005 wurde wieder Reis erzeugt, in der folgenden Trockenzeit wieder Mais (14 ha), Niébé (1,25 ha) Zwiebel (1,5 ha) Aubergine (0,25 ha).

Diesen Sommer (2006) wird wieder Reis angebaut, mit Saatgut aus der eigenen Vorjahresproduktion. Den Überschuß an Saatgut konnten wir an andere Kooperativen verkaufen, weil sich inzwischen herumgesprochen hat, dass unser selbst erzeugtes Saatgut eine gute Qualität hat. Einige der Bauern, die in dieser Saison nicht selber anbauen, haben uns ihre Parzellen verpachtet, auf einer wollen wir Gemüse für die Kantine und die Schülerspeisung erzeugen, auf zwei Parzellen wird Chili angebaut, der eine hohe Rentabilität haben soll. Ein weiterer Versuch, Alternativen zum Anbau von Reis zu entwickeln, wird mit Bananen unternommen, die auf einem bisher nicht genutzten Streifen am Fuße des Stau-dammes gepflanzt werden.

VERMARKTUNG
Infolge massiver Einfuhr von stark subventionierten Agrarprodukten (Überschüssen) aus Industrieländern, wie der USA, EU und aus Asien, die zu Billigstpreisen auf die einheimischen Märkte kommen, werden die ökonomischen Grundlagen der einheimischen Landwirte zerstört. Deshalb kauft die Stiftung die Teile der Ernte, die wegen dieser marktverzerrenden Konkurrenz sonst nicht absetzbar wären, zu guten Preisen ab und nutzt diese Lebensmittel für die Schülerspeisungsprogramme.