 |
 |
 |
| |
 |
|
|
 |
ARBORETUM
Das Arboretum wurde in Zusammenarbeit mit dem Département de Biologie et Physiologie Végétales der Universität Ouagadougou zu Beginn der Regenzeit 2005 angelegt, um vom Aussterben bedrohte autochthone Baum- und Straucharten in ihrer Heimat wieder anzusiedeln. Das Arboretum soll drei Komponenten enthalten, Waldlehrpfad, Genbank und Heilpflanzen. Seither haben wir auf dem Gelände der Stiftung bereits über 300 Bäume und Sträucher gepflanzt. Im Fokus steht die Pflege und Evaluierung traditioneller Medizinalpflanzen. Betreut wird dieses Projekt durch den Botaniker Prof. Dr. Adjima Thiombiano. Dank fleißigen Giessens und guter Pflege durch unsere Gärtner liegt die Überlebensrate bei ca. 90%. Die Setzlinge werden per GPS georeferenziert, und kartiert, als Grundlage für eine langfristige Beobach-tung. Parallel dazu wird der natürliche Bestand an Bäumen und Sträuchern von Botanikern der Universität Ouagadougou inventarisiert, es wurden bereits über 110 verschiedene Arten ermittelt. Seitens des Instituts von Prof. Thiombiano werden regelmäßig Exkursionen zum Sammeln von Samen einheimischer Pflanzen unternommen, an diesen Sammlungen nehmen auch unsere Gärtner teil, um ihre Kenntnisse zu erweitern. Die Gärtner der Stiftung pflegen ganzjährig eine kleine Baumschule, deren Setzlinge auch für die Bepflanzung von Schulhöfen abgegeben werden, sofern seitens der Schulen entsprechende Baumschutzmaßnahmen gegen den Verbiss durch frei laufende Ziegen und Schafe garantiert werden können. |
| |
 |
|
 |
 |
 |
| |
 |
|
Waldlehrpfad
Der Waldlehrpfad zieht sich über das gesamte Gelände der Stiftung und gestaltet sich aus einer Mischung von natürlichem Wiederaufwuchs der dort bereits ansässigen Arten und der hier und da durch unsere Gärtner gepflanzten Setzlinge, die bereits aus der Fläche verschwunden waren. Hierbei werden die verschiedenen Eignungen des Geländes berücksichtig: Höhe des Stausees mit tiefgründigen Böden, Hang, Steilhang, Hochplateau mit wenig tiefgründigen Böden lateritischen Ursprungs. Nach einer Etablierungsphase werden forstliche Pflegmaßnahme, wie Ausdünnung zu üppig aufwachsender Bestände, vorgenommen, so dass der Waldlehrpfad begehbar wird, gefolgt von einer präzisen Kartierung mit Differential GPS sowie einer Etikettierung aller Arten. Zurzeit befinden sich bereits 135 natürlich vorkommende Arten auf dem Gelände, die durch etwa 20 wieder eingebrachte Arten angereichert wurden. Damit kann der Waldlehrpfad künftigen Botanikstudenten zum intensiven Studium der heimischen Pflanzenarten dienen. Aber auch die Tierliebhaber werden auf ihre Kosten kommen, denn die Zoologen des BIOTA Projekts haben bereits jetzt eine enorme Zunahme der Artenvielfalt an Schmetterlingen, Vögeln, Reptilien, Amphibien, Insekten und sogar Mammalia festgestellt. Dies ist dem Fehlen des Feuers, mit dem die Bauern sonst ihre Flächen „sauber“ halten zuzuschreiben, sowie der Einzäunung des Geländes, die die Vegetation vor Ziegenfraß und Abholzung schont und damit der Fauna nun friedliche Brutplätze bietet. |
|


Gelände der Dreyer Stiftung.
Im Hintergrund das Zentrum.
Hier wird der Waldlehrpfad angelegt. |
| |
|
 |
|
| |
 |
|
 |
 |
Gendatenbank
In einem zweiten Teil des Arboretums werden die vom Aussterben am meisten bedrohten Baum- und Straucharten in Gruppen zu 10 bis 20 Individuen zeitlich versetzt angepflanzt, so dass künftig mit ihnen der Aufbau und die Aufrechterhaltung eines Genpools an diesen Arten möglich sein wird. Hierzu benötigen wir die Forschungseinrichtungen der Universität Ouagadougou, um gemeinsam die genau Phänologie – sofern noch nicht bekannt – ideale Lagerungsbedingungen für Forstsamen, Keimverhalten, etc. zu untersuchen. |
| |
 |
|
Dalbergia melanoxylon,
das bekannte Ebenholz ist interessant für Möbel, Schnitzkunst und Instrumentenbau. |
|
|
| |
 |
|

|
 |
|
| |
 |
|
| Vom burkinischen Umweltministerium als vom Aussterben bedroht eingestuft, auf dem Dreyer Gelände als Setzling zu sehen. |
 |
|
| |
 |
|
 |
 |
Heilpflanzen
Der dritte Teil des Arboretums beinhaltet Bäume und Sträucher, die von besonderem Interesse für die Nutzung als Medizinalpflanzen sind, wie z.B. Nauclea latifolia, dem jüngst eine Wirkung gegen Malaria sowie Diabetes nachgesagt wurde. Je nach pflanzen-soziologischen Ansprüchen werden die Medizinalpflanzen im Mischbestand oder nach Arten getrennt im Arboretum angepflanzt werden. Hierbei gilt es Nischenprodukte oder Arten mit kommerziellem Wert zu finden, die bei guten Vermarktungsmöglichkeiten künftig auch für die Bauern der Umgebung eine lukrativere Alternative darstellen könnten. Die Einführung von Strauch- und Baumarten in die lokale Landwirtschaft führt darüber hinaus auch zu ökologisch nachhaltigerer Bewirtschaftung der Flächen, vor allem wenn man an die steileren Hanglagen der Ioba Berge denkt, die derzeit dem Anbau der Subsistenzkulturen Sorghum und Millet-Hirse „ausgeliefert“ sind und durch die jährliche Bodenbearbeitung bereits enorme Erosionsschäden aufweisen. In der Entwicklungszusammenarbeit gewinnen Heilpflanzen zunehmend an Bedeutung. Die Nutzung und Erhaltung von Heilpflanzen umfasst die Themen Naturschutz und Biodiversität, Handel und Wirtschaftsförderung und die Gesundheitsfürsorge. Sie stellen für die armen Bevölkerungsteile oft die einzige verfügbare Medizin dar. Einen ersten Versuch machen wir bereits auf zwei Parzellen mit Chili, der ja hauptsächlich als Gewürz bekannt ist, aber auch in der Naturheilkunde angewendet wird. |
| |
 |

|
 |
| |
 |
Nauclea latifolia,
Zeichnung mit Blättern und Blütenstädnen |
|
|
 |
 |
 |
|
| |
 |
|
Nauclea latifolia-Setzling
im Arboretum der Dreyer Stiftung |
 |
|
| |
 |
|
 |
|
|
| |
 |
|
| Chili |
|
|
 |